Wow, was für ein Finale furioso! Franziska Preuß krönt mit dem Gesamtweltcup eine überragende Saison. Von herausragenden Einzelleistungen bis hin zu enttäuschten Erwartungen – die Saison 2024/25 hatte so einiges zu bieten. Für unsere Biathleten heißt es nun: Ab in die wohlverdiente Pause – der perfekte Moment, um eine Bilanz der Saison zu ziehen und das nervenaufreibende Finale in Oslo noch einmal Revue passieren zu lassen.
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Herzschlagfinale in Oslo
Hätte man das Weltcupfinale der Biathletinnen einem Spielfilmregisseur vorab als Drehbuch angeboten – er hätte wohl dankend abgelehnt. Zu kitschig, zu weit ab von der Realität. Was sich am Holmenkollen abspielte, war an Spannung nicht zu überbieten. Seite an Seite stürmten Lou Jeanmonnot und Franziska Preuß in Richtung Stadion, die Französin in Gelb, jenem Trikot, dass wochenlang von der Deutschen getragen worden war. Aber im vorletzten Rennen hatte Jeanmonnot Preuß das Leibchen abgeknöpft. Klar war, wer von den beiden Protagonistinnen das finale Massenstartrennen gewinnt, der schnappt sich auch die große Kristallkugel. Und das Rennen verlief so, wie die Saison: Zunächst hatte Preuß die Nase vorn, dann die Französin und nach dem letzten Schießen stürmten Beide Seite an Seite durch die Loipe. Dann das Drama kurz vor dem Ziel: Jeanmonnot verhakte sich im eigenen Stock und stürzte – der Weg war frei zum großen Triumph für die 31-Jährige Weltmeisterin vom SC Haag. Preuß krönte damit ihre überragende Saison, zeigte aber im Ziel die Größe, zunächst die tief enttäuschte Kontrahentin zu trösten, ehe sie sich den eigenen Feierlichkeiten widmete.



Franzi Preuß reiht sich in die Biathlon-Legenden ein
Franziska Preuß ist erst die sechste DSV-Athletin, die sich den Gesamtweltcup sichern konnte. Vor ihr war das Martina Glagow, Kati Wilhelm, Andrea Henkel, Magdalena Neuner und Laura Dahlmeier gelungen – allesamt Biathlon-Ausnahmekönnerinnen. Der Sieg der jungen Frau aus Bayern war aber trotz der finalen Spannung völlig verdient, denn Preuß war die Konstante in dieser Saison, international wie national. Das unterstreicht auch ihr Gewinn der kleinen Kristallkugeln in Sprint und Massenstart. Preuß Performance trug die deutsche Mannschaft wesentlich durch die Saison.

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Die jungen Wilden glänzten
Im Schatten der überragenden Weltcupsiegerin, die zudem bei den Welttitelkämpfen mit Gold, Silber und zweimal Bronze erfolgreichste deutsche Teilnehmerin geworden war, nutzten die jungen Talente die Chance, sich in der Weltspitze mehr und mehr zu etablieren. Herausragend: der erste Weltcup-Sieg von Selina Grotian beim Massenstart in Le Grand-Bornand. Im Sprint von Antholz gelang ihr als Zweite erneut der Sprung auf das Podest, sie beendete ihre starke Saison als Neunte in der Gesamtwertung. Auch die deutsche Frauen-Staffel überzeugte mit Siegen in Hochfilzen und Ruhpolding, dazu ein dritter Platz in Nove Mesto – und das in einer jungen Konstellation ohne Preuß, mit Tannheimer, Grotian, Puff und Schneider. Youngster Julia Tannheimer zeigte auch mit ihren Einzelleistungen immer wieder ihr Potenzial – was leider noch fehlte, war die Konstanz.



Weniger als erhofft: Die Saison der Männer
Eine Aussage, die leider auch in vollem Umfang auf die Saison im Männerteam zutrifft. Zwei Weltcup-Podiumsplätze durch Philipp Nawrath (Dritter im Sprint von Kontiolahti) und Danilo Riethmüller (Zweiter beim Massenstart in Le Grand Bornand), für letzteren war es immerhin der erste im Weltcup, insgesamt schmale 15 Top-Ten Plätze in den Weltcuprennen und ein dritter Platz in der Staffel (Ruhpolding) sind einfach zu wenig für die eigenen Ansprüche. Trainer Uros Velepec nahm nach dem enttäuschenden WM-Abschneiden mit Bronze in der Staffel als einzige rein männliche Medaillenausbeute (Nawrath und 2x Justus Strelow holten in den Mixed-Team Wettbewerben mit den Frauen noch zwei dritte Plätze) seinen Hut. Sein Nachfolger, Tobias Reiter, glaubt die entscheidende Schwachstelle erkannt zu haben – beim Schießen unter Wettkampfdruck stimmt die Leistung nicht, können die Männer die im Training erarbeiteten Möglichkeiten nur selten nutzen. Tatsächlich zeigt der Vergleich zu den dominierenden Norwegern, dass die Trefferquote im Gesamtweltcup bei den DSV-Athleten bei 82 % lag, Norwegen kam auf 87%. Addiert man zu diesem Fakt, dass die Skandinavier pro Kilometer 2,3 Sekunden schneller waren, als die Deutschen, erklärt das die Rückstände, die Deutschlands Biathleten im vorolympischen Winter aufwiesen.



Nun heißt es: Blick auf Olympia
Sportdirektor Felix Bitterling ist mit Blick auf die Spiele dennoch optimistisch und sieht gute Möglichkeiten, im kommenden Winter mit schlagkräftigen Teams bei Männern und Frauen bei den Spielen in Antholz an den Start gehen zu können. Dabei kann sich das gesamte Team natürlich an Franziska Preuß orientieren. Denn auch die Weltcupsiegerin musste – krankheitsbedingt – viele Jahre tiefe sportliche Täler durchschreiten, ehe sie in diesem Winter zu großer Form auflief. Und die Saison in einem unglaublichen Finale am Holmenkollen krönte. Spielfilmreif!
Wir blicken schon jetzt voller Spannung auf den Olympia-Winter und halten euch während der Saisonvorbereitung auf dem Laufenden!
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