Der Winter war lang. Die letzte Flugshow der DSV-Adler in Planica fand am 30. März statt – da galt in Europa schon die Sommerzeit, man ist mitten im Frühling. Zeit, zurückzublicken und die Highlights der Saison 2024/25 noch einmal aufleben zu lassen. Und eines steht fest: Ein Jahr vor Olympia wecken die Nordischen DSV-Athleten große Vorfreude auf das, was noch kommt.
DSV-Langläuferinnen glänzen: Rydzeks erster Sieg, Carls Gesamtpodest und ein WM-Coup
Frühlingsgefühle kamen bei den Athletinnen und Athleten schon zuvor auf, denn je länger der vorolympische Winter dauerte, desto breiter wurde das Grinsen im DSV-Lager. Weil die Leistung stimmte. Und zwar in allen drei Nordischen Disziplinen. Bestes Beispiel: Coletta Rydzek. In Lahti gewann sie erst den Sprint, dann gemeinsam mit Laura Gimmler auch den Teamsprint – und das, nachdem die beiden bereits beim Teamsprint in Cogne auf Rang drei gelandet waren. Auf Colettas ersten Weltcupsieg hatte man beim Deutschen Skiverband gefühlt eine Ewigkeit gewartet – aber das Warten hat sich gelohnt. Was für ein Finish, Coletta! Herzlichen Glückwunsch!
Auch die Frauenstaffel sorgte für einen Gänsehautmoment in dieser Saison: Pia Fink, Victoria Carl, Katharina Hennig und Helen Hoffmann holten bei der WM in Trondheim sensationell Bronze – ein Wahnsinnserfolg! Und Victoria Carl glänzte nicht nur in der Staffel: Mit zwei dritten Plätzen in Oslo, einem dritten Rang in Falun und einem zweiten Platz in Les Rousses bewies sie ihre Weltklasse über die gesamte Saison hinweg. Ihre Konstanz zahlte sich aus – am Ende stand sie in der Weltcup-Gesamtwertung erstmals in ihrer Laufbahn auf dem Podest. Hammer Leistung!
Nordische Kombination: Top-Platzierungen und historische Siege
Von ganz oben grüßten die Kombiniererinnen und Kombinierer. Nathalie Armbruster und Vinzenz Geiger gelang das Kunststück, sich in der Saison 2024/25 die Weltcup-Kugeln für den Gesamtsieg zu angeln. Beide holten sich zudem auch das mittlerweile schon legendäre Seefeld-Triple. Wer in Tirol gewinnt, zählt zu den Großen seiner Zunft. Und während die 19-Jährige Schwarzwälderin als erste Deutsche die Pokale in die Luft stemmen durfte, hat auch der Oberstdorfer Geschichte geschrieben. Geiger reiht sich ein in die Liste großer deutscher Kombinierer, den Weltcup gewannen vor ihm nur Hermann Weinbuch, Ronny Ackermann und Eric Frenzel. Letztgenannter durfte als Trainer seinen ersten WM-Titel bejubeln, in Trondheim siegte die deutsche Männermannschaft, Vinzenz Geiger ergatterte bei jedem seiner Starts eine Medaille.
Auch Julian Schmid bewies seine Extraklasse und stand in dieser Saison insgesamt acht Mal auf dem Podest. Vor allem zu Beginn und Ende der Saison war er in starker Form. Damit hatte Deutschland nicht nur zwei Gesamtweltcupsieger, sondern auch einen weiteren konstanten Podestkandidaten in seinen Reihen. Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Jenny Nowak: Beim Massenstart in Otepää glänzte sie mit ihrem zweiten Weltcup-Podium. Die Dominanz der deutschen Kombinierer und Kombiniererinnen spiegelte sich auch im Nationencup wider: Sowohl die Männer als auch die Frauen sicherten sich die Gesamtwertung – ein starkes Statement für die deutsche Nordische Kombination!
Freitag und Schmid auf Gesamtweltcup-Podest
Die Saison von Skispringerin Selina Freitag glich einem Steigerungslauf, Krönung waren die drei WM-Medaillen und natürlich jede Menge Podestplätze im Weltcup. Der verdiente Abschluss: Platz zwei im Gesamtweltcup. Zwar konnte die dominierende Nika Prevc aus Slowenien in dieser Saison nicht gefährdet werden, doch die Zielsetzung für den kommenden Winter ist damit klar.
Katharina Schmid dagegen kam nach sensationellem Start und zwischenzeitlicher Weltcup-Gesamtführung im Saisonverlauf öfter ins Grübeln, als der Oberstdorferin lieb sein konnte. Gegen Saisonende fand die erfolgsgewohnte Allgäuerin aber wieder besser in die Spur und sicherte sich am Ende den dritten Platz im Gesamtweltcup – ein eindrucksvolles Zeichen ihrer Stärke. Ob Deutschlands Überfliegerin der letzten Jahre noch einen Winter weiter springt lies Schmid offen. Vielleicht lockt ja die Aussicht auf Edelmetall bei den Spielen? Chancen gäbe es mehrere, beispielsweise im Mixed-Team-Wettbewerb. In dieser Entscheidung sind Frauen und Männer gefordert.



Durchwachsene Saison der Skispringer: Saisonfinale in Planica sorgt für positive Ausblicke
Dafür müssen Deutschlands Skispringer, die zusammen mit den Frauen im Mixed-Team bei Weltmeisterschaften ein Jahrzehnt lang eine Bank, sich für die Zukunft weiter steigern. Der für die Skispringer in Planica zu Ende gehende Winter glich in Sachen Leistungsnachweis aus DSV-Sicht nämlich einer Achterbahnfahrt. Einem sensationellen Start folgt nach Weihnachten ein schwer erklärbarer Einbruch. Die zwischenzeitliche Flaute hielt bis zur WM an, dann folgte Silber für Andreas Wellinger von der Normalschanze. Die darauf folgende RAW Air brachte noch mehr Glanz, als Wellinger als erster Deutscher den Gesamtsieg der Serie sicherte. Beim Saisonfinale in Planica setzte er seinen Erfolg fort und belegte Platz drei in der Gesamtwertung des Skifliegens. Besonders emotional war das Finale auch für Markus Eisenbichler, der bei seinem letzten Wettkampf in Planica zusammen mit Wellinger, Geiger und Paschke Silber im Team holte – ein würdiger Abschluss seiner Karriere.

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Spannende Entscheidungen im Sommer
Auch weit nach Saisonende könnte es im Skispringerlager nochmal spannend werden: Aufgrund der Umstände rund um Norwegens Skisprung-Nationalmannschaft wird möglicherweise erst weit nach Saisonende entschieden, ob Wellingers zweiter Platz der einzige Sprung aufs WM-Podest bleibt. Dann sind Skispringerinnen und Skispringer, Langläuferinnen und Langläufer und die Kombinierer-Teams bei Männern und Frauen möglicherweise längst wieder im Training für die kommende Saison. Außer den Kombiniererinnen, die 2026 noch nicht dabei sein dürfen, heißt das große Ziel Olympische Spiele. Und im Sommer entscheidet sich, ob die Nordische Kombination auch künftig Bestandteil des Olympischen Programms bleiben wird.
Deutsche Abschiede von der Weltcupbühne
Nicht mehr dabei sein werden zum Trainingsauftakt gleich drei der besten DSV-Stars des letzten Jahrzehnts. Svenja Würth, Stephan Leyhe und Markus Eisenbichler hängen ihre Sportgeräte an den Nagel, verabschieden sich vom Leistungssport. In Summe gewann das Trio bei internationalen Großereignissen 17 Medaillen. Aber nicht nur deshalb werden die Drei eine Lücke hinterlassen, die nur schwer zu füllen ist. Noch eine Aufgabe in der neuen Saison.
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